Erstmalige Aerosolmessung beim Chorsingen

Erstmalige Aerosolmessung beim Chorsingen

Im Auftrag des Chorverband Österreich untersuchte ein Team der MedUni Wien die Ausdehnung der Aerosol- und Kondenswasseremission bei Chormitgliedern

Nach mehr als 11 Wochen Pause können Chöre ihre Proben- und Konzerttätigkeit seit vergangenen Freitag wieder aufnehmen. Um den Chören Empfehlungen für ein verantwortungsvolles Singen geben zu können, beauftragte der Chorverband Österreich (ChVÖ) eine Untersuchung durch die MedUni Wien, in der auch erstmals fotografisch festgehalten wurde, wie sich Aerosole während des Singens in der Luft verbreiten.

„Internationale Studien gehen davon aus, dass Singen nicht gefährlicher ist als Sprechen“, erklärt Karl-Gerhard Straßl, Präsident des Chorverband Österreich. „Wir wollten uns mit diesem Experiment selbst ein Bild vom Aerosol-Ausstoß und damit vom möglichen Risiko beim Singen, mit und ohne Maske, machen,“ ergänzt Straßl.

Versuchsanordnung

Zur Untersuchung lud der Chorverband Österreich sowohl semiprofessionelle ChorsängerInnen der Wiener Singakademie (Leitung: Heinz Ferlesch) als auch ChorsängerInnen der Wiener Sängerrunde (Leitung: Karl-Gerhard Straßl) für den Amateurbereich ein, die ohne Maske, mit Mund-Nasen-Schutz und mit Gesichts-Visier („Face Shield“) sangen. 

Ao Univ.-Prof. Dr. Fritz Sterz, Performing Arts Medicine Physician, Leiter der Untersuchung und stellvertretender Vorstand der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien stellt in seinem Bericht fest, dass beim ruhigen, der Norm entsprechenden Aus- und Einatmen als auch beim Singen, welcher Art auch immer, eine Aerosolwolke von 0,5 Meter - um den Kopfbereich verteilt - unverändert blieb. „Die Ausdehnung – vor allem nach vorne hin (…) – erstreckte sich bis maximal 0,9 Meter, bei gewissen Sing-Techniken allerdings mit vermehrter Wirbelbildung. Natürlich konnte vor allem durch Mund-Nasen-Schutz-Masken, welcher Art auch immer, die Ausdehnung dieser Wolke signifikant eingeschränkt werden“, so Professor Sterz weiter in seinem Bericht.

Schlussfolgerungen

Im Ergebnis betont Sterz: „Eine Ausdehnung der Ausatemluft bei ChorsängerInnen von mehr als 1 Meter ist nicht zu erwarten! Tiefes Ein- und vor allem Ausatmen sollte vermieden und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske bei Ausübung der Profession überlegt werden.“ 

ChVÖ-Präsident Karl-Gerhard Straßl zeigt sich erfreut über die positiven Ergebnisse: „Unsere erstmalige Untersuchung zeigt in Wort und Bild, dass der Aerosol-Ausstoß beim Singen jenem beim Sprechen sehr ähnelt. Ich bin überrascht, dass die Einweg-Mund-Nasen-Maske auch beim Singen eine deutliche Reduktion der Ausbreitung des Aerosol-Ausstoßes bewirkt. Wichtig ist somit beim Singen die Einhaltung des Abstands, den wir nun mit 1,5 Metern empfehlen, und wirkungsvolles Lüften der Probenräume. Somit gibt es grünes Licht auch von unserer Seite für die Chöre, denn Singen bleibt gesund!“

Auf Basis dieser Ergebnisse erarbeitete der Chorverband Österreich wertvolle Empfehlungen für Obleute, ChorleiterInnen und ChorsängerInnen, um sie bei der Wiederaufnahme ihrer musikalischen Tätigkeiten zu unterstützen.

Quelle: Chorverband Österreich Dachverband der Chorverbände und Chöre Mag. Sandra Bruckschwaiger / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

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