Gefahr im Glas

Fast nix getrunken, trotzdem dicht? Solche Fälle gibt es leider wirklich. Vor allem die Sommermonate sind auch die Zeit für Partys und Festivalbesuche. Das gibt Anlass, um erneut auf die Gefahr von K.O.-Tropfen zu informieren

73 Frauen und 21 Männer wurden im Jahr 2018 mittels K.O.-Mittel betäubt und im Anschluss vergewaltigt. 59 Personen wurden nach der Betäubung durch K.O.-Mittel beraubt. Das ist Anlass genug für die österreichische Exekutive hier verstärkt tätig zu werden. Die Polizei und das Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt arbeiten im Rahmen der Informationskampagne "Fast nix getrunken, trotzdem dicht? Gefahr durch K.O.-Mittel " zusammen.

Was sind eigentlich K.O.-Tropfen?

K.O.-Mittel sind Substanzen, die in geringer Dosis stimulierend und enthemmend, in höherer Dosierung betäubend und einschläfernd wirken. Diese werden meist Mädchen und Frauen in Diskotheken, Bars oder auf Festen unbemerkt ins Getränk gemischt. Ziel ist es, die Opfer zu betäubten und gefügig zu machen. Die Mittel sind farb- und geruchlos, schmecken salzig bis seifig, sind jedoch in Mixgetränken kaum wahrnehmbar.

Was rät die Polizei?
Folgende Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln können dabei helfen, das Risiko eines Angriffs zu vermeiden:

• Lassen Sie das eigene Getränk nie unbeaufsichtigt stehen.
• Vereinbaren Sie mit Freundinnen und Freunden, gegenseitig auf Getränke aufzupassen.
• Nehmen Sie keine offenen Getränke von fremden Personen an.
• Falls Sie plötzlich Schwindel, Übelkeit oder Enthemmung verspüren, wenden Sie sich an eine Vertrauensperson. Auch wenn Sie sich mit einer neuen Bekanntschaft sehr gut verstehen, bedeutet das noch nicht, dass sie auch vertrauenswürdig ist.
• Rufen Sie im Zweifelsfall die Rettung (144), die Polizei (133) oder den internationalen Notruf (112).
• Wenn Sie nicht selbst betroffen sind, aber einen solchen Vorfall beobachten konnten, handeln Sie schnell und rufen Sie Hilfe. Lassen Sie eine beeinträchtigte Person auf keinen Fall allein.

Jede Sekunde zählt

Aufgrund der sehr schnell einsetzenden Wirkung und einer relativ kurzen Nachweisbarkeitsdauer von etwa zwölf Stunden, ist es wichtig, umgehend ärztliche Hilfeleistung in Anspruch zu nehmen. Vorab sollte das Rettungs- oder Krankenhauspersonal über den K.O.-Mittel-Verdacht informiert werden, um eine gezielte Versorgung zu gewährleisten. Ebenso ist umgehend die Polizei zu verständigen, damit mögliche weitere Gefahren beendet und Ermittlungsarbeiten rasch begonnen werden können.

Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen kostenlos und österreichweit unter der Telefonnummer 059133 zur Verfügung.

Quelle: LPD  //  Fotocredit: LPD