Heide: „Öffnung ohne Plan hilft dem Tourismus nicht“

Heide: „Öffnung ohne Plan hilft dem Tourismus nicht“

Bilaterale Einzelabkommen für die Grenzöffnungen verunsichern die Reisenden und sind gefährlicher als ein gemeinsamer Fahrplan für die EU-Staaten.

Europas Tourismusminister beraten via Videokonferenz, wie die Grenzen schrittweise für den Tourismus geöffnet werden könnten. Sobald es die Gesundheitslage zulässt, sollen die Menschen wieder die Möglichkeit erhalten innerhalb der EU zu Reisen. Nach den monatelangen Ausgangsbeschränkungen würde das dringend benötigte Erholung für Europas Bürger bedeuten und die schwer angeschlagene Tourismusbranche wiederbeleben. 

„Dafür brauchen wir eine gemeinsame, koordinierte Strategie für Europa. Es kann nicht sein, dass elementare Entscheidungen in der Union fortwährend über nationalstaatliche Abkommen ausgehandelt werden“, sagt EU-Abgeordneter Hannes Heide. 

Die EU-Kommission hat für die Öffnung ein Paket erarbeitet, dass die Tourismusbranche 2020 und darüber hinaus revitalisieren soll. Zuerst sollen Reisenzwischen Staaten mit ähnlicher Entwicklung bei den Infektionszahlen möglich sein. Für die Öffnung von Hotels wurden klare Kriterien vorgelegt was Virus-Nachweise für Personal und Gäste betrifft. Außerdem muss vor Ort gewährleistet sein, dass ausreichend Tests und medizinische Kapazitäten für Touristen und Einheimischevorhanden sind.


„Die Tourismusminister müssen sich auf einen abgestimmten Fahrplan ohne skurrile Ausnahmefälle und ohne Diskriminierung von Nachbarländern einlassen“, so Heide. Für Österreich und insbesondere für unsere Region sind die Arbeitsplätze im Tourismus enorm wichtig, und auch in klassischen Urlaubsregionen, wie Griechenland oder Kroatien steht und fällt die gesamte wirtschaftliche Stabilität mit den Urlaubern. Eine weitere Schwächung könnte das gesamte europäische Wirtschaftssystem ins Wanken bringen. 


Viele Europäer haben den Urlaub aber bereits storniert. Eine Chance für Reiseunternehmen finanziell trotzdem stabil zu bleiben, sind neue flexiblere Konditionen für Reisegutscheine, die diese gegenüber der Rückerstattung attraktiver machen sollen. Die EU-Kommission empfiehlt, dass Gutscheine mindestens ein Jahr gültig sind, außerdem auf andere Reisende übertragbar und nach einem Jahr ohne Einlösung sogar erstattbar sind. Auf freiwilliger Basis empfiehlt die Kommission auch die Verwendung von Apps für die Nachverfolgung von Kontakten für Reisende. Die verschiedenen Anbieter sollen soweit synchronisiert sein, dass Infektionswarnungen erhalten werden, egal wo man sich befindet und welche App man benutzt.

Quelle: Team MEP Hannes Heide // Fotocredit: ©Leitner

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