Neue Studie belegt dramatische Auswirkungen der Erderhitzung auf das Artensterben

 Neue Studie belegt dramatische Auswirkungen der Erderhitzung auf das Artensterben

Zwischenbilanz der Kampagne „Oberösterreich blüht auf - für den Schutz von Bienen, Böden und Artenvielfalt“: Bereits über 20.000 Unterstützer/innen, immer mehr Gemeinderatsbeschlüsse und Prominente - erfolgreiche Konferenz, erste Arbeitspakete zur Umsetzung

Die Universität East Anglia hat nun erstmals in einer umfassenden Studie die dramatischen Auswirkungen der Klimakrise auf das Artensterben untersucht. Die Ergebnisse belegen, dass schon bei vergleichsweise geringen Temperaturerhöhungen die Auswirkungen massiv sind und diese mit steigenden Temperaturen dramatisch zunehmen. Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Mit Klimaschutz arbeiten wir also gleichzeitig für die Rettung der Artenvielfalt - die beiden großen ökologischen Krisen hängen eng zusammen.“

Das Klimaabkommen von Paris schreibt eine Begrenzung der Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad vor. Wissenschafter/innen der Universität East Anglia haben in einer Studie durchgerechnet, wie groß der Unterschied der Auswirkungen einer Temperaturerhöhung um 1,5 sowie um 2 Grad auf die Artenvielfalt, konkret auf 115.000 Tier- und Pflanzenarten, sein würde. Damit kann auch erahnt werden, wie katastrophal jene Temperaturerhöhungen um 3, 4 oder mehr Grad sein würden, die zu erwarten sind, wenn die Klimaschutzpolitik so weitermacht wie bisher. Die Ergebnisse im Detail:

·       Bei einer Erhitzung um 2 Grad würden 18% der Insekten, 16% der Pflanzen und 8% der Wirbeltiere ihren Verbreitungsraum verlieren.

·       Doch selbst das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels würde die negativen Folgen nicht komplett abwenden können: 6% der Insekten, 8% der Pflanzen und 4% der Wirbeltiere wären immer noch 
        erheblich beeinträchtigt.

Die Daten der Studie zeigen, dass Insekten vom klimatisch bedingten Verlust ihrer Verbreitungsgebiete besonders betroffen sind. Dies bedeutet, zusätzlich zu den dramatischen Rückgängen von 70% und mehr der Insektenpopulationen in den letzten 30 Jahren, eine dramatische Gefährdung der Ökosystem-Leistungen wie die Bestäubung unserer Nutzpflanzen.

Eine wichtige Rolle spielt auch der Faktor Zeit: Je früher ein bestimmter Grad der Erderhitzung erreicht ist, desto weniger Zeit haben die betroffenen Arten, mit der damit verbundenen Verschiebung der Klimazonen mitzuwandern. Auch für die Menschen bleibt dann weniger Zeit zu reagieren und beispielsweise Naturreservate zu errichten bzw. Umsiedelungen von bestimmten Arten vorzunehmen. Daher gilt: Je früher man der Erderhitzung entgegenwirkt, desto größer ist die Chance die Artenvielfalt und damit auch unsere Lebensgrundlage zu erhalten.

Fazit der Studie: Wenn es gelingt, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, werden nach Aussage der Wissenschafter/innen 66% weniger Insekten und 50% weniger Pflanzen und Wirbeltiere die Hälfte ihres Verbreitungsgebietes verlieren als bei einer Erwärmung um 2 Grad.

Anschober: „Das Bild wird immer klarer: Die Auswirkungen der beiden großen ökologischen Krisen werden verheerend, wenn nicht schnell und konsequent gehandelt wird. Unser Haus steht in Flammen. Die bisher von der Politik verwendete Spritzpistole muss durch einen umfassenden und konsequenten Feuerwehreinsatz abgelöst werden. Auch in Oberösterreich müssen wir doppelt handeln: Die CO2-Emissionen massiv absenken und damit die Temperaturerhöhung abschwächen und die hausgemachten Ursachen des Artensterbens korrigieren.“

In Oberösterreich haben wir daher im Frühling als erstes Bundesland mit der Initiative „Oberösterreich blüht auf“ eine breit angelegte Artenschutzkampagne gestartet und zehn konkrete Maßnahmen durch unabhängige Expert/innen erarbeiten lassen - von einem Verbot der Bienengifte bis zu einer Ökologisierung der Agrarförderung (www.ooebluehtauf.at). Mittlerweile wird die Initiative bereits von weit über 20.000 Oberösterreicher/innen unterstützt. Zusätzlich wurde das Maßnahmenpaket bereits in 41 Gemeinderäten, die 154.000 Einwohner/innen vertreten, beschlossen.

Nach einer höchst erfolgreichen Fachkonferenz in den Linzer Redoutensälen mit 250 Teilnehmer/innen wird die Initiative nun fortgesetzt - unter anderem durch die Fachbearbeitung einzelner Lösungsschritte. Zum Beispiel der Frage, wie wir Straßenböschungen verstärkt für Artenschutz nützen können.

Quelle: Adrian Hinterreither, bakk.  //  Fotocredit: Land OÖ
 

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