SEGELN: Eine besondere Rückkehr für Tanja Frank

SEGELN: Eine besondere Rückkehr für Tanja Frank

Die 49erFX-Seglerinnen Tanja Frank und Lorena Abicht kehrten Anfang Juni ans Meer zurück und nahmen damit auch die gemeinsame Arbeit mit Coach Luca Bursic wieder auf. Für Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Frank ist das Trainingslager in Zadar/Kroatien eine besondere Rückkehr, holte sie sich doch 2011 den Jugend-Weltmeistertitel im 420er.

Seit über zwei Wochen trainiert das österreichische Segel-Nationalteam an der kroatischen Adriaküste. Bevor Tanja Frank und Lorena Abicht ihre Zelte in Zadar aufschlugen, kehrten sie mit den ersten Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen schon am heimischen Neusiedler See auf das Wasser zurück. „Wir sind sehr schnell reingekommen. Es war gut zu sehen, wie viel abgespeichert ist und am Boot wieder abgerufen werden kann. Die Basis sitzt. Es war ein willkommener Wiedereinstieg. Mit den Trainingsmöglichkeiten im Bundesleistungszentrum in Neusiedl am See hatten wir zudem das ideale Umfeld“, schildert Vorschoterin Abicht, die der Zwangspause auch im Nachhinein positive Aspekte abgewinnen kann: „Ich bin zur Ruhe gekommen und habe aus dieser Zeit mentale Stärke mitnehmen können. Mehr als ich je gedacht hätte.“

Gute Erinnerungen an Zadar
Aufgrund der guten Voraussetzungen reisten die Seglerinnen vom Union Yacht Club Neusiedlersee nach Kroatien, wo sie zum ersten Mal gemeinsam ein 49erFX-Trainingslager abhalten. Für Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Frank war es eine besondere Rückkehr, holte sie sich doch 2011 an der Seite von Lara Vadlau den Jugend-Weltmeistertitel im 420er vor Zadar. „Ich war auch während meiner Opti-Karriere einige Male da, ich bin immer gerne hergekommen. Wenn man das Revier mit einer guten Regatta verbindet, ist es umso schöner“. Für den Trainingsblock an der Adria konnte auch FX-Trainer Luca Bursic wieder zum Nationalteam stoßen. „Wir hatten immer viel Kontakt und deshalb hätte man auch nicht gemerkt, dass wir uns so lange nicht gesehen haben. Es ist ein großer Mehrwert ihn wieder am Wasser dabei zu haben“, so Frank.

Der Tag beginnt für das OeSV-Duo bereits um 6.30 Uhr mit einer Ausdauereinheit. „Nachdem meistens am Nachmittag die ‚sea breeze‘ einsetzt, absolvieren wir am Vormittag noch ein Koordinationstraining. Dann verbringen wir etwa vier Stunden am Wasser, gefolgt von einer Krafteinheit“, gibt Frank Einblicke in die tägliche Routine. Aktuell trainieren die Vize-Weltmeisterinnen von 2018 nur mit den beiden Kroatinnen Enia Ninčević und Mihaela de Micheli Vitturi. Das zweite OeSV-Team mit Laura Schöfegger und Anna Boustani musste aufgrund einer Mandelentzündung bei Steuerfrau Schöfegger verfrüht abreisen. „Es ist wichtig zumindest ein Boot als Trainingspartner zu haben, wir ergänzen uns gut. Zudem ist es auch eine besondere Motivation für Trainingsrennen, unser Wettkampfgeist ist sofort wieder geweckt worden“, so Abicht. 

Flexible Planung weiterhin erforderlich
Am kommenden Sonntag treten Frank/Abicht die Heimreise nach Neusiedl am See an, wo im BLZ ein weiterer Trainingsblock auf dem Programm steht. Im Juli streben die OeSV-Athletinnen einen Standortwechsel an, Cascais (Portugal) oder Santander (Spanien) stehen aufgrund der vorherrschenden Bedingungen auf der Wunschliste. „Wir können nichts planen und müssen flexibel bleiben. Unsere Problemfelder bei Starkwind und viel Welle wollen wir aber sicher nicht vor uns herschieben. Wir nehmen, was wir kriegen können. Hier in Kroatien können wir viel Manövertraining und Speedtests machen, auch das steht auf unserer To-Do-Liste. Wir arbeiten unsere Punkte bestmöglich ab“, erläutert Vorschoterin Abicht.

Auch die 27-jährige Wienerin Frank lässt sich von der Olympia-Verschiebung und der aktuellen Ungewissheit nicht aus der Ruhe bringen. „Ich versuche nicht so viel darüber nachzudenken. Wir haben unseren Plan und versuchen das Beste aus jedem Tag mitzunehmen. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen und hoffen auch auf Regatten. Im Idealfall können wir sogar in Japan trainieren“.

 

Quelle: Öst. Segelverband / Fotocredit©: OeSV

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