Segelsport: Zajac/Matz mit Neustart am Attersee

Nach einer fast zweimonatigen Zwangspause sind Österreichs Nationalteam-Segler wieder am Wasser. Denn das Sportministerium erteilte den Olympia-Athleten die Erlaubnis, das Training unter speziellen Regeln wieder aufnehmen zu dürfen. Thomas Zajac und Barbara Matz entschieden sich für das Segeln am Attersee, wo ihr Nacra-17-Boot erstmals österreichisches Gewässer berührte.

Mitte März trat das Segel-Nationalteam aufgrund der Entwicklungen zum Coronavirus die Rückreise aus Palma de Mallorca an - die europäische Regattasaison hätte eigentlich auf der spanischen Baleareninsel eröffnet werden sollen. Plötzlich verlagerte sich die Wirkungsstätte der Athleten für einen ungewöhnlich langen Zeitraum nach Hause: Mit individuellen Trainingsplänen und zahlreichen Teammeetings per Video-Konferenz wurden umgehende Maßnahmen für die Zeit in Heim-Quarantäne gesetzt. 

Nach konstruktiven Gesprächen mit den Behörden hat das Nationalteam nun die Erlaubnis vom Sportministerium für das Wassertraining auf österreichischen Seen erhalten. Damit zählen die Segler zu rund 160 Athleten österreichweit, die ihren Sport unter präzise ausgearbeiteten Regeln ausüben dürfen. Insgesamt trainieren acht Boote auf folgenden Seen.

Attersee:
Thomas Zajac / Barbara Matz (Nacra 17)
Laura Farese / Matthäus Zöchling (Nacra 17)

Bodensee:
Benjamin Bildstein / David Hussl (49er)

Neusiedler See:
Tanja Frank / Lorena Abicht (49erFX)
David Bargehr / Lukas Mähr (470er)
Nikolaus Kampelmühler / Thomas Czajka (470er)

Wolfgangsee:
Laura Schöfegger / Anna Boustani (49erFX)
Keanu Prettner / Jakob Flachberger (49er)



Zajac/Matz mit Neustart am Attersee 
Keine Zeit zu verlieren hatten Thomas Zajac und Barbara Matz. Das für Olympia qualifizierte Nacra-17-Team packte unmittelbar nach der Erlaubnis des Sportministeriums seine Koffer, um die Home-Base an den Attersee zu verlegen. Gemeinsam mit Laura Farese/Matthäus Zöchling und Trainer Roman Hagara durften die beiden nach 50-tägiger Zwangspause endlich wieder aufs Wasser. Vor dem Foilen am Attersee unterzogen sich die Nationalteamsportler dem verpflichtenden COVID-19 sowie Antikörper-Test.

Zajac kompensiert Zwangspause durch Routine

„Es ist richtig cool endlich wieder am Wasser zu sein. Nach solch einer langen Pausen genießt man es noch ein Stückchen mehr seinen Job wieder nachgehen zu können“, beschreibt Thomas Zajac, der erstmals mit dem Nacra-17-Boot österreichisches Gewässer berührt. „Ein klein wenig Rost hat sich bei manchen Abläufen mit Sicherheit angesetzt. Der wird aber mindestens so schnell wieder abgelegt, wie er gekommen ist. Mittlerweile habe ich doch schon einige Jahre in den Knochen, da werfen mich 50 Tage Segelpause nicht aus der Bahn“, setzt der Olympia-Bronzemedaillengewinner aus Rio voll auf seine Routine. 

 

Höchste Flexibilität gefordert
Im Trainingsplan wird wegen der Verschiebung der Olympischen Spielen und der Ungewissheit, wann die nächste Lockerung der Maßnahmen erfolgt, weiterhin höchste Flexibilität gefordert. 

„Es ist ein Prozess, den wir aktuell nicht planen können. Grundsätzlich sollten wir ein Jahr vor den Spielen im Olympia-Revier sein. Das ist zurzeit leider nicht möglich und wir wissen auch nicht, wann wir Österreich verlassen dürfen. Wir sind allerdings äußerst flexibel und könnten innerhalb weniger Tage unseren Standort wechseln", so Zajac. "Das wird im ersten Schritt mit ziemlicher Sicherheit innerhalb von Europa sein. Aber auch bei einem potenziellen Locationwechsel nach Japan ist von unserer Seite höchste Flexibilität gegeben, ist doch unser Material bereits dort“, ergänzt Vorschoterin Barbara Matz.
 


Attersee als gute Alternative
Den Rückstand gegenüber anderen Nationen, die in der Zeit, in der das österreichische Nationalteam in Quarantäne war, segeln konnten, bewertet Thomas Zajac als nicht all zu groß. 

„Abgesehen davon, dass eigentlich alle Nationen gegen die wir segeln mehr oder weniger betroffen sind, können wir die versäumte Zeit am Wasser schnell aufholen. Es hängt allerdings vieles davon ab, wann wir wieder ans Meer dürfen. Für uns ist es aktuell nur wichtig, endlich wieder auf dem Wasser zu sein“, zeigt sich der Burgenländer froh nun im Salzkammergut trainieren zu dürfen. 

Die Unterstützung vom Union-Yacht-Club Attersee ist den Nacra-17-Teams dabei auch eine große Hilfe. 

„In Österreich mit dem Nacra-17 zu segeln ist für uns eine Premiere und auch richtig cool. Es ist gut zu wissen, dass wir hier eine Alternative haben. Natürlich verhält sich das Boot in der Welle und im Salzwasser anders. Trotzdem können wir hier viel an Manövern und mit unseren Foils arbeiten“, haben Thomas Zajac und Barbara Matz keine Zeit zu verlieren und nützen jede Stunde am Wasser effektiv.

 

Quelle / Fotocredit: Öst. Segelverband / Profs Mediaservice

Videocredit: Candidate Sailing

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