Wird Bad Ischl „Kulturhauptstadt Europas 2024“

Bad Ischl, Dornbirn und St. Pölten im Rennen um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2024“ in Österreich

Die Vorsitzende der Expertenjury Cristina Farinha nannte heute bei einer Pressekonferenz die drei österreichischen Städte als Kandidaten für die Endauswahl

Wien (OTS) - Bad Ischl, Dornbirn und St. Pölten wurden heute im Rennen um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2024“ in Österreich in die engere Auswahl genommen. Die Empfehlung wurde von einer Jury unabhängiger Experten abgegeben, die die Bewerbungen der drei österreichischen Städte bei einem zweitägigen Treffen in Wien bewertet hatten.

Schon der Umstand, in der engeren Auswahl zu sein, kann den Städten einen deutlichen kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Nutzen bringen, sofern ihre Bewerbung in eine langfristige, kulturpolitisch ausgerichtete Entwicklungsstrategie eingebunden ist.

Sobald die Empfehlung der Jury von den zuständigen österreichischen Behörden bestätigt worden ist, haben die Städte bis kommenden Herbst Zeit, ihre Bewerbungen zu konkretisieren. Die Jury wird dann im November 2019 erneut in Wien zusammentreten und eine Empfehlung für die österreichische Stadt aussprechen, die 2024 Kulturhauptstadt Europas sein soll.

Dritte Kulturhauptstadt in Österreich

Nach Graz 2003 und Linz 2009 wird der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ 2024 zum dritten Mal an eine österreichische Stadt gehen. Im selben Jahr wird es auch eine europäische Kulturhauptstadt in Estland und in einem EFTA-/EWR-Land, einem Kandidatenland oder einem potenziellen Kandidatenland geben. Bei der Vorauswahl in Estland im Oktober 2018 kamen Narva und Tartu in die engere Auswahl. In der Vorauswahlrunde der Bewerber aus EFTA-/EWR-Ländern, Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern im November 2018 schafften es die Städte Banja Luka, Bodø und Mostar auf die Shortlist.

Nach Plovdiv (Bulgarien) und Matera (Italien) in diesem Jahr werden nächstes Jahr Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland) den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen. 2021 sind es Elefsina (Griechenland), Timișoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien, EU-Beitrittskandidat), 2022 Kaunas (Litauen) und Esch-sur-Alzette (Luxemburg). Für 2023 wurde Veszprém (Ungarn) empfohlen.

Hintergrund

Im Juni 2017 forderte Österreich interessierte Städte zur Bewerbung auf. Bis zum 31. Dezember 2018 kamen dieser Aufforderung drei Städte nach: Bad Ischl, Dornbirn und St. Pölten.

Die Bewerbungen wurden von einer Jury aus zwölf unabhängigen Experten geprüft, wobei zehn Mitglieder von den EU-Institutionen (Europäisches Parlament, Rat, Kommission und Ausschuss der Regionen) und zwei von den zuständigen österreichischen Behörden ernannt wurden.

Das Verfahren zur Auswahl der Kulturhauptstädte Europas beginnt mit einer Vorauswahlrunde, nach deren Abschluss eine Liste der Städte in der engeren Auswahl erstellt wird. Die endgültige Auswahl erfolgt dann neun Monate später. Anschließend wird die ausgewählte Stadt von dem betreffenden Mitgliedstaat offiziell ernannt.

Sechs Kriterien spielen bei der Entscheidung eine Rolle: (i) Langzeitstrategie, (ii) kulturelle und künstlerische Inhalte, (iii) europäische Dimension, (iv) Erreichung und Einbindung der Gesellschaft, (v) Verwaltung und (vi) Umsetzungsfähigkeit.

Die Kulturhauptstädte gehen auf eine Initiative des damaligen griechischen Kulturministers Melina Mercouri aus dem Jahr 1985 zurück und haben sich zu einem der ehrgeizigsten Kulturprojekte Europas und einer der bekanntesten – und sehr geschätzten – Initiativen der EU entwickelt. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt in Europa zu fördern, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und den Beitrag der Kultur zur langfristigen Entwicklung der Städte zu stärken.

Quelle: OTS  Foto: AN24